Das Verlassen der Shu-Stufe

Shu(守) - Das Lernen der Formen

Ha (破) - Das Überschreiten der Form

Ri (離) - Die Transzendenz


Yudansha Grade, 1. - 4. Dan (Kriegergrade)

Kodansha Grade, 5. - 10. Dan (gereifte Meistergrade)

(Renshi - Kyoshi - Hanshi)



Das Verlassen der Shu-Stufe (Shu ist die Stufe des Anfängers), also der Kyu-Grad-Stufe, bringt etliche Veränderungen für den Schüler der Budo-Kunst mit sich. Er kann jetzt selbst entscheiden und ist verantwortlich für sein Tun, aber auch für seine Weiterentwicklung.

Nichts schadet dem Menschen mehr, als in einer ungeformten Individualität zu verharren, die durch Besserwisserei jedes Lernen verhindert.

Aber nicht minder naiv ist es, das Individuelle zugunsten eines unverstandenen System aufzugeben und das eigene Denken durch dessen Regeln und Maßstäbe zu ersetzen.

„Shisai o tadashi“ - Die rechte Haltung, ehrlich, korrekt - innen und außen.

Die rechte Haltung ist in allen Budo-Künsten von vorrangiger Bedeutung.

Das heißt:

„Erkenne dich selbst. Glaube nicht, dass dich Ideologien, Richtlinien oder Prinzipien richtig lenken können.

Übe deine Intention um Dinge in ihrem Wesen zu erfassen.

Beachte die natürlichen Gesetzmäßigkeiten, durch die die Dinge von selbst ihrer Lösung zustreben.

Versuche die Lösung nicht zu erzwingen, sondern lenke sie“ Zitat Ende.

Die eigene Denkfaulheit und Selbstsucht wird mit der Gesinnung: „Was alle tun, wird richtig sein“ entschuldigt.

Budo ist eine Art (ein Weg) zu leben, eine ständige Erfahrung mit sich selbst, die den Menschen freier, gesünder und ausgeglichener macht.

Auf einem solchen Weg übt der Mensch keine Technik zu irgendeinem Zweck (obwohl eine perfekte Technik viele nutzbare Effekte hat).

Sondern er übt sich in der Bindung an das höchstmögliche Ideal. Wert gewinnt die Übung dann, wenn sie frei von der Tendenz der Selbstdarstellung ist und der Absicht auf Gewinn.

Kein Schüler sollte von einem Meister das pädagogische Verhalten eines braven Schulleiters erwarten, denn er bekämpft gerade das, was dem Durchschnittsbürger heilig ist.

Im Grunde genommen lehrt der Meister nichts, sondern überwacht den Kampf des Schülers um eine eigene Gesinnung als tragfähigen Untergrund.

Frieden mit dem Meister gibt es nur auf zwei Ebenen:

Der Untersten, wenn der Lernende ausschließlich Formen übt, und ihm noch nicht als Wegschüler begegnet ist.

Auf der Obersten, wenn der Schüler selbst Meister ist.

Alle überlieferten Werte der Budo-Tradition sind nur Beispiele für einen persönlichen, gegenwärtigen inneren Kampf um Sinn und Inhalt.

Denn jeder noch so hochgelobte Wert ist immer mit dem betreffenden Meister gestorben. Er muß von den gegenwärtigen Menschen auf eigene Weise entdeckt werden.

Zitat: „Alle Kraft des Menschen wird erworben durch den Kampf mit sich selbst und Überwindung seiner selbst“.

Johann Gottlieb Fichte

„Ohne Bemühen um inneres Wachstum bleibt der Mensch ein Wesen ohne Ethos und Geist“

Sensei I.Freier

Osu!


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